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Schließung aller Filialen bis 2011

Die Post ist auf dem Weg ihre letzten 475 eigenen Filialen zu schließen. Bereits seit den 90er Jahren verfolgt die Deutsche Post den Sparkurs, in dessen Verlauf 7 000 Filialen geschlossen wurden. Die Gewerkschaften kritisieren die Post für ihre Pläne.

 

Die Deutsche Post hält an ihrem massiven Sparkurs fest und will sich von allen ihren selbst betriebenen Filialen trennen. Betroffen sind bundesweit 475 Standorte, bis Ende 2011 soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Die Dienste sollen künftig von Partnern wie Einzelhändlern übernommen werden, wie ein Postsprecher der Nachrichtenagentur AP sagte und damit einen Bericht des „Hamburger Abendblatts“ bestätigte.

Postsprecher Gerold Beck wies darauf hin, dass die Post die Pläne zur Aufgabe ihrer verbliebenen eigenen Filialen bereits seit vergangenem Jahr verfolge und bei der Umsetzung „gut im Zeitplan“ liege. An der Zahl der Standorte ändere sich nichts, keine Filiale werde geschlossen, solange es dafür nicht Ersatz gebe.

Der Service für die Kunden bleibe mindestens genauso gut, wenn er sich nicht sogar verbessere, etwa weil sie von längeren Öffnungszeiten profitierten. Auch die Beschäftigten müssten sich nicht um ihre Jobs sorgen. Die Post habe mit den Gewerkschaften vereinbart, dass bis 2011 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen seien.

Die Post betreibt die Umwandlung von Filialen bereits seit Anfang der 90er-Jahre. Sukzessive wurden seitdem bundesweit 7.000 Filialen geschlossen und die Dienste zumeist in Einzelhandelsgeschäfte wie Supermärkte, Bäckereien oder Tankstellen verlagert.

„Die Post spart dadurch hohe Miet- und Personalkosten“, zitiert das „Abendblatt“ den Hamburger Postsprecher Jörg Koens. Die Partner profitierten aber ebenfalls. Sie würden für die geleisteten Postdienste vergütet. Zudem erhielten sie durch dieses Zusatzangebot neue Kunden für ihre eigenen Geschäfte.

Bundesweit gibt es derzeit 14.000 Standorte, an denen Postdienste verkauft werden, wie die Zeitung weiter schreibt. 850 Filialen davon sind Postbank-Finanzcenter, die sowohl Finanzprodukte als auch Brief- und Paketdienste anbieten. Allerdings werden diese Filialen von der Deutschen Postbank betrieben.

Die Deutsche Postbank wurde wiederum in diesem Jahr inklusive Filialnetz zum Teil an die Deutsche Bank verkauft – und befindet sich damit künftig nicht mehr in der Hand der Deutschen Post. Die übrigen mehr als 12.000 Standorte werden bereits von anderen Partnern geführt.

Gewerkschaft befürchtet Arbeitszeitverlängerung

Die Umwandlung stößt bei der Gewerkschaft auf heftige Kritik. „Die Post verabschiedet sich damit komplett aus der stationären Filialversorgung“, kritisiert der Hamburger Landesfachbereichsleiter für Postdienste, Wolfgang Abel. Leidtragende seien nicht nur die Beschäftigten, sondern vor allem die Kunden, die immer weniger fachgerechte Beratung erhielten.

Abel bezeichnet das Vorgehen des Konzerns als „Crashkurs“. Obwohl die Post auch in der Krise noch 557 Millionen Euro Gewinn eingefahren habe, „stellt Vorstandschef Appel den Konzern öffentlich so dar, als wäre die Briefpost ein Sanierungsfall. Doch das stimmt nicht“, hebt Abel hervor.

Ziel sei es offenbar, mit Blick auf auslaufende Tarifverträge eine Arbeitszeitverlängerung auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich durchzusetzen sowie Besitzstandsregelungen und die zum Dezember vereinbarte Lohnerhöhung um drei Prozent zu streichen. „Hier wird die Krise missbraucht, um Bürger und Beschäftigte für die Gewinnziele des Postvorstandes stärker zur Kasse zu bitten“, sagte Abel. Diesen Sparkurs werde ver.di nicht mittragen: „Das läuft so nicht mit uns. Wir wollen keinen Konflikt, schließen ihn aber nicht aus“, zitiert ihn das Blatt.

Quelle: FOCUS Online vom 15.08.09

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